Hallo Ihr Lieben,
nachdem ich mich schon seit Jahren bei jeder Reise als Flugpate anbiete, hatte es nie geklappt (teils lag es am Ziel, teils an der Airline)
Nun war ich grade eine Woche auf Fuerteventura, und durfte endlich ein Tier mit nach Deutschland bringen.
Bevor nun das "Geschrei" losgeht, dass in Deutschland ja genug Tiere in Tierheimen sitzen, und man nicht noch Tiere aus fremden Ländern einfliegen muss, möchte ich klarstellen dass die meisten Organisationen nur Tiere ausfliegen, die bereits einen Besitzer in Deutschland haben oder aus gesundheitlichen Gründen (z.B. Hautkrebs bei weißen Katzen in sonnigen Regionen) nicht im Ursprungsland bleiben können.
Die Organisation, mit der ich einen kleinen, behinderten (neurologisch) Kater ausgeflogen habe, betreibt auf Fuerteventura ansich recht erfolgreich Populationskontrolle durch Kastration, diverse Futterstellen sowie Aufklärung, und vermittelt eben nur "Notfälle", die vor Ort nicht mehr klarkommen.
Aber nun zum Flugpatenablauf:
Nachdem ich mich gemeldet hatte (ich persönlich melde mich immer bei den Organisationen direkt und stelle kein generelles Angebot rein) bekam ich dann irgendwann die Info, dass ich Spoty mitnehmen darf. Während meiner Zeit auf Fuerteventura war ich über SMS mit der Orga in Kontakt, und wusste so dass eine Dame 2 Stunden vor Abflug mit Spoty zum Flughafen kommt, und mich ein Herr am Heimatflughafen erwarten wird.
Am Flughafen in Fuerteventura wurde ich auch schon von der Dame und Spoty erwartet. Wir haben dann "zusammen" Spoty eingecheckt...also ich stand lächelnd daneben und musste nur einen Wisch unterschreiben (Gewährleistung, dass wenn der Katze etwas passiert, die Airline nicht schuld ist), während die Dame in fließendem Spanisch alles geregelt hat.
Danach mussten wir Spoty zum Sperrgepäck bringen...das war für mich als Katzenfreund ganz hart. Auch ganz herzzerreißend war die Dame beim Umsetzen von Spoty in die "durchleuchtete" Box, die wirklich mit den Tränen kämpfte, weil sie den kleinen Racker großgezogen hatte.
Beim nächsten Mal würde ich persönlich definitiv das Tier (sofern klein genug, das geht nur mit "Handgepäcksgroßen Tieren) mit in die Kabine nehmen.
Normal checken aber die Tierschutzorgas die Tiere in den Frachtraum ein, weil sie schon dankbar genug für Flugpaten sind, und ihnen nicht zumuten möchten dass sie den Flug über die Transportbox an den Füßen stehen haben...
Nachdem Spoty also auf dem Weg in den Frachtraum war, hat die Tierschutzdame mir die ganzen Papiere überreicht und kurz erklärt, was was ist, und ich bin ganz normal durch die Sicherheitskontrolle und ins Flugzeug.
Am Zielflughafen bin ich dann zwischen Kofferband und Sperrgepäckschalter hin und hergetingelt...Spoty und mein Koffer kamen ziemlich gleichzeitig.
Da wir aus der EU kamen, mussten wir nicht durch den Zoll. Gegebenenfalls hätten wir angehalten werden können,und hätte die Papiere vorzeigen müssen, das ist aber nicht passiert.
Draußen warteten schon der Herr von der Tierschutzorga und die neue Besitzerin samt Riesenblumenstrauß auf mich, die sich beide so bedankten, als wäre ich mit Spoty auf dem Rücken über den Atlantik geschwommen.
Also als Fazit:
der persönliche Aufwand, den man als Flugpate hat beschränkt sich auf das Abholen des Tiers am Sperrgepäck, und ggf. Zollformalitäten.
Und man muss sich natürlich melden, das kann man per Angebot machen oder eben gezielt Tierschutzorgas die permanent suchen direkt anschreiben.
Infos gibt es hier http://www.flugpate.com/ und hier http://www.flugpaten.de/
Die Kosten werden von der Tierschutzorga übernommen, sie buchen auch das Tier auf das Flugticket und kümmern sich am Abflughafen um alle Formalitäten.
Vielleicht überlegt sich ja der eine oder andere, sich bei seinem nächsten Urlaub als Flugpate zu melden
Ich persönlich fand es eine ganz wundervolle Erfahrung!
Lieben Gruss,
Nele