Meine ersten Eindrücke in Sri Lanka konnte ich im Dezember 1999 sammeln.
Völlig erschöpft waren wir damals aus dem Flieger gekrabbelt, der uns über die Stationen Hamburg, Hannover, Frankfurt, Rom, Bahrain nach
Colombo gebracht hat (Der Flug war günstig und der Zwischenstopp in Hannover nicht eingeplant).
Nach den Palmen und dem Strand bei der Landung waren die Wärme und die Leuchtfeuchtigkeit, die sich sofort um mich schlang als ich aus der Flugzeugtür stieg, die ersten Eindrücke. Gleich darauf kam aber auch schon der, wie ich finde, Sri Lanka typische Geruch in der Luft, der auch nicht vom Kerosingestank des Flughafens überdeckt wurde.
In allen meinen bisherigen Sri Lanka Aufenthalten ist mir der Geruch jedes Mal wieder aufgefallen. Ich finde, man riecht ihn immer zweimal… einmal beim Aussteigen aus dem Flieger und das zweite Mal zuhause beim Öffnen des Koffers nach dem Urlaub.
Etwas wie in Trance sind wir durch die Emigration und den Zoll geschlurft und haben gleich unseren Abholer im Gewusel der Eingangshalle gefunden. Auch wenn ich ziemlich schlapp war, so hat mich der Straßenverkehr in kürzester Zeit daran erinnert, dass ich so etwas wie ein Leben habe, das ich auch verlieren könnte… ich war jedenfalls sofort hellwach!
Der Weg vom Flughafen nach Colombo vorbei entlang an einer kaum endenden Reihe von Geschäften, die nur aus dunklen, braunen Brettern zu bestehen schien. Auf der Straße war einfach alles unterwegs. Durch die strenge Hierarchie, die man auch als das Recht des Stärkeren beschreiben könnte, wusste jeder wann er zu fahren, wann er zu stoppen hatte und natürlich wann er zu hupen hatte. Hupen als Kommunikationsmittel hatte ich bislang noch in keinem Land kennenlernen dürfen:
- Huup – ich bin hinter Dir
- Huup – ich sehe Dich
- Huup – ich überhole jetzt
- Huup – ich sehe, dass Du überholst
- Huup – weg da!
- Huup – oh, ein Freund!
Es fehlte eigentlich nur noch „Huup – ich habe gerade keinen Grund zu hupen!“
Später kamen dann noch viele, viele weitere Eindrücke hinzu und bei jeder neuen Reise sammle ich neue Erfahrungen. Aber dieser allererste Eindruck von Sri Lanka hat einen ganz festen Platz in meinen Reiseerinnerungen.
Viele Grüße,
Jan
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Colombo
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 Colombo ist die Hauptstadt der Inselrepublik Sri Lanka. Sie zählte 2001 etwa 377.000 Einwohner (mit Agglomeration 2,25 Mio.).
Colombo ist seit dem 5.Jhd. als Hafenstadt bekannt, die unter anderem römischen, arabischen und chinesischen Händlern als Station diente. Seit dem 8.Jhd. siedelten sich dort muslimische Händler an. (Noch heute ist das nahe beim Hafen gelegene Marktviertel Pettah hauptsächlich von Muslimen bewohnt.)
 Im 16.Jhd. nahmen die Portugiesen einige Küstengebiete Sri Lankas, unter anderem Colombo und seinen Hafen, in Besitz. Sie gaben ihm auch seinen heutigen Namen, der an Christoph Kolumbus erinnern soll. Die Stadt wurde das Zentrum des lukrativen Gewürzhandels, wobei Zimt lange Zeit die Hauptrolle spielte. Zum Schutz des Hafens errichteten die Portugiesen ein Fort. Es wurde 1656 von den Niederländern erobert, die dann die portugiesischen Besitzungen übernahmen und den Gewürzhandel fortführten. 1796 eroberten die Briten Sri Lanka von den Niederländern und machten es 1802 zur Kronkolonie, deren Hauptstadt Colombo wurde.
Nach der Unabhängigkeit Sri Lankas 1948 war Colombo weiterhin Hauptstadt. Seit 1982 befindet sich der Regierungssitz des Landes aber in Sri Jayawardenepura im Südosten Colombos.
 Das historische Zentrum der Stadt ist das Fort, das heute Dienstleistungs- und Geschäftssviertel ist. Dort befinden sich unter anderem das alte Parlament, der Amtssitz des Präsidenten und die Zwillingstürme des so genannten „World Trade Centre“, das das zweithöchste Gebäude Südasiens ist; sehenswert ist die Mischung von kolonialer und moderner Architektur.
 Das Galle Face Green ist eine langgezogene Rasenfläche südlich des Forts, das sich vor allem an Sonn- und Feiertagen abends mit Besuchern füllt, die beim Sonnenuntergang in feiner Ausgehkleidung an der Strandpromenade spazieren gehen. Am Südende steht das Galle Face Hotel, das älteste Hotel der Stadt (gegründet 1864). Die weiße Fassade und die Eingangshalle des Gebäudes sind eindrucksvolle Zeugen des Viktorianischen Stils in Sri Lanka; von der Anziehungskraft des Hotels zeugt eine in der Halle angebrachte Tafel, auf der die vielen prominenten Besucher seit Bestehen aufgelistet sind.
Die Galle Road ist die Hauptschlagader von Colombo. Sie zieht sich schnurgerade vom Fort einige hundert Meter landeinwärts entlang der Küste bis an die südliche Stadtgrenze. In den Stadtteilen Kollupitiya und Bambalapitiya finden sich zahlreiche Geschäfte, Bürogebäude und Restaurants und mehrere moderne Einkaufszentren, wo sich vor allem die westlich orientierte Oberschicht einfindet.
 Eine wichtige Sehenswürdigkeit ist das im Stadtviertel Cinnamon Gardens gelegene Rathaus, auch Independence Hall genannt, das 1946 nach dem Vorbild des Capitols in Washington errichtet wurde.
Der wohl berühmteste Einwohner Colombos war der in England geborene Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke, der von 1956 bis zu seinem Tod 2008 in Sri Lanka lebte.
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